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Häufig unnötiger Einsatz von Antibiotika bei Harnwegsinfekten

Mittwoch, 9. Mai 2018, 09:21 - Von Michael - 0 Kommentare

Vor allem vor Gelenkoperationen werden Patienten mit asymptomatischer Bakteriurie oft unnötigerweise mit Antibiotika behandelt

Gelenkersatzoperationen gehören zu den häufigsten medizinischen Eingriffen. Um das Risiko einer Infektion zu verringern, erhalten viele Patienten vor dem Eingriff Antibiotika. In manchen Fällen überflüssigerweise – beispielsweise, weil im Urin des Patienten Bakterien gefunden werden. Sofern ein Patient keine Symptome einer Harnwegsinfektion aufweist, sind Bakterien im Urin selten behandlungsbedürftig. Dennoch werden bei der sogenannten asymptomatischen Bakteriurie (ASB) oft unnötigerweise Antibiotika verabreicht. Eine aktuelle Meta-Analyse zeigt: Es gibt keine Belege dafür, dass eine Antibiotikabehandlung der ASB vor Gelenkoperationen die Rate von Infektionen senken kann.
Für die aktuelle Metaanalyse werteten Wissenschafter acht internationale Studien zur ASB-Therapie bei endoprothetischen Eingriffen aus. Das Ergebnis: Weder das Screening auf Bakterien im Urin noch die dann oft folgende Antibiotikabehandlung bringt einen Vorteil. Die Rate an Protheseninfektionen wird dadurch nicht beeinflusst. "Wir empfehlen Kliniken deshalb auch, bei Gelenkprothesen-Patienten keine ASB-Screenings durchzuführen", so Gerd Fätkenheuer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) und Mediziner am Universitätsklinikum Köln. "Statt dem Patienten zu nutzen, hat dieses Vorgehen oft lediglich einen überflüssigen Einsatz von Antibiotika zur Folge." Angesichts der hohen Operationszahlen sei in der Endoprothetik der rationale Einsatz von Antibiotika von besonderer Relevanz.

45 Prozent unnötig behandelt

Nicht nur bei Gelenkoperationen – auch sonst erfolgt bei der asymptomatischen Bakteriurie oft unnötigerweise eine Therapie. Sie gehört zu den häufigsten Fehlindikationen bei der Verwendung von Antibiotika. In einer Metaanalyse, die 2017 im Fachblatt Open Forum Infectious Diseases erschien, wurden internationale Studien zur ASB-Behandlung aus den vergangenen 15 Jahren ausgewertet. In dieser Zeit wurden durchschnittlich 45 Prozent aller Patienten mit ASB unnötigerweise mit Antibiotika behandelt.
Tatsächlich sei es jedoch nicht immer einfach, die nicht-behandlungsbedürftige asymptomatische Bakteriurie von einer behandlungsbedürftigen Harnwegsinfektion zu unterscheiden, räumt der DGI-Präsident ein. Entscheidend seien auch hier eine gründliche Anamnese und die klinische Untersuchung, Anzeichen für eine Harnwegsinfektion seien üblicherweise häufiger Harndrang oder Schmerzen beim Wasserlassen. Speziell ältere und multimorbide Patienten hätten mitunter jedoch unspezifische Beschwerden, die als Symptome einer Harnwegsinfektion fehlgedeutet werden könnten. "Dies ist – neben einem falschen Sicherheitsdenken – ein häufiger Grund für die Übertherapie der ASB."

Schulungen und Feedback

Umso mehr Bedeutung komme deshalb Antibiotic Stewardship zu, also Programmen zur Gewährleistung einer optimalen Antibiotikatherapie in Kliniken. Diese beinhalten etwa Schulungen und Beratungen durch Infektionsspezialisten. Wie erfolgreich schon vergleichsweise einfache Maßnahmen sein können, zeigt auch eine weitere Metaanalyse: Durch Schulungen und Feedback-Gespräche etwa sank die Zahl der unnötigen Antibiotikagaben bei ASB in einigen Studien um bis zu 80 Prozent. "Wenn der rationale Einsatz von Antibiotika und damit die Eindämmung von Resistenzen gelingen soll, dann ist der Ausbau von Antibiotic Stewardship-Programmen und von infektiologischer Expertise in der Versorgung unabdingbar", so Fätkenheuer.

Quelle: http://www.derstandard.at

Antibiotikaresistenzen durch Impfungen reduzieren

Mittwoch, 9. Mai 2018, 09:16 - Von Michael - 0 Kommentare

Warum Impfungen dazu beitragen, multiresistente Keime besser in den Griff zu bekommen

Vakzine können dazu beitragen, die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen zu verhindern, denn sie reduzieren bakterielle Infektionen. Damit werden wiederum weniger Antibiotika benötigt. Das betonte Nicholas Kitchin, beim US-Pharmakonzern Pfizer in der klinischen Forschung und Entwicklung tätig, anlässlich eines Vortrags vergangene Woche in Dublin. Zudem brauche es mehr Aufklärung der Bevölkerung.
Die ansteigende Zahl an Antibiotikaresistenzen stellt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein großes Problem dar, das jeden Menschen betreffen kann. Die Resistenzen entstehen grundsätzlich auf natürlichem Weg, werden jedoch durch unnötige, zu kurze oder zu lange Behandlungen mit Antibiotika bei Menschen und Tieren bzw. durch Einnahme eines nicht ärztlich verschriebenen oder unpassenden Mittels verstärkt.
Der übermäßige Einsatz von Antibiotika in Landwirtschaft und Viehzucht fördert Resistenzen ebenfalls. Die Mikroorganismen – Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten – reagieren dann schwächer oder gar nicht mehr auf die Stoffe, die sie eigentlich eindämmen sollten: Medikamente verlieren ihre Wirkung, Infektionen breiten sich aus.

Vermeidbare Risiken

Zwar kann man bei der Behandlung auf andere Antibiotika ausweichen, jedoch erweitern sich die Resistenzen oft, und sogenannte Superkeime können entstehen. Immer mehr Infektionen, etwa Pneumonie, Tuberkulose oder Gonorrhoe, werden dadurch schwerer behandelbar, warnt die WHO. Die Folgen sind eine höhere Mortalitätsrate, längere Behandlungsdauern sowie Krankenhausaufenthalte. Letztere gehen zudem mit steigenden medizinischen Kosten einher.
"Würde beispielsweise jedes Kind auf der Welt gegen Pneumokokken, die Lungenentzündung, Meningitis und Mittelohrentzündungen auslösen können, geimpft werden, würde das rund elf Millionen Behandlungstage mit Antibiotika weniger bedeuten", erklärte Kitchin. Auch vor Virusinfektionen wie der Influenza, bei denen Patienten oft unnötig Antibiotika einnehmen, könne man sich durch Vakzine schützen. Der sogenannte Herdenschutz, der durch das Impfen entsteht, reduziere die Notwendigkeit von Antibiotika noch weiter.

Sich bewusst werden


Zur Vermeidung einer falschen Einnahme von Antibiotika und zur Reduktion von Resistenzen müsse an mehreren Hebeln angesetzt werden, ist Kitchin überzeugt. "Es ist eine verbreitete Ansicht, dass Antibiotika gegen alles helfen. Vergangenen Winter gab es in Großbritannien TV-Werbungen des Gesundheitsministeriums, in denen von unnötiger Antibiotikaeinnahme abgeraten wurde. Da wurde erklärt, wenn jemand hustet oder verkühlt ist, heißt das nicht automatisch, dass er Antibiotika nehmen soll. Der Bevölkerung muss vermittelt werden, dass Antibiotika nicht alles heilen", so Kitchin. "Die Menschen sind sich der Nachteile von Antibiotika nicht bewusst."
Ärzte würden unter Zeitdruck verkühlten Patienten möglicherweise gleich ein Antibiotika-Rezept mitgeben, ohne sich auf eine lange Diskussion einzulassen, weil das der einfachere Weg sei. "Auch da braucht es Bildung. Gegen Antibiotikaresistenzen muss von mehreren Seiten der Gesellschaft aus vorgegangen werden."
Bisher ist die Resistenz-Situation in Österreich in einem im europäischen Vergleich positiven Bereich, hieß es in der jüngsten Ausgabe des jährlich vom Gesundheitsministerium erstellten "Resistenzberichts". Diese Situation ist immer abhängig von mehreren Faktoren: Hygienemaßnahmen im Gesundheitswesen, der Güte der Diagnostik und einer adäquaten Verwendung der Medikamente. Nach Angaben des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) gibt es pro Jahr in Österreich rund 2.400 Todesfälle durch Gesundheitssystem-assoziierte Infektionen (HCAI = Health Care Associated Infections).

Spitalskeime als Pulverfass

"Wenn jemand aufgrund seiner gesundheitlichen Situation ins Spital muss oder Antibiotika bekommen muss, dann steht das natürlich zunächst im Vordergrund. Es ist die Aufgabe des Krankenhauses, für eine möglichst sichere Umgebung zu sorgen", sagte Kitchin. "Für Clostridium difficile (einer der häufigsten Krankenhauskeime; Anm.) gibt es etwa internationale und europäische Richtlinien, welche Schritte vorgenommen werden müssen, um Sauberkeit zu garantieren." Weiters benötige man ein effizientes System, um den Krankenhausaufenthalt der Menschen generell möglichst kurz zu halten, da sie sich in ihrer eigenen Umgebung erwiesenermaßen besser erholen würden und weniger Keimen ausgesetzt seien.

Quelle: http://www.derstandard.at

Neues Antibiotikum gegen multiresistente Keime

Donnerstag, 22. März 2018, 00:33 - Von Michael - 0 Kommentare

Antibiotikaresistenz wird zunehmend zum Problem. Gegen zwei besonders gefährliche Keime konnte nun ein neues Antibiotikum zur Verfügung gestellt werden

Antibiotika zählen zu den bedeutendsten Entwicklungen der Medizin. Penicillin und viele Folgepräparate nahmen Krankheiten wie Syphilis, Lungenentzündung, Wundinfektionen, Blutvergiftung oder Scharlach den Schrecken.

Die durchschnittliche Lebenserwartung stieg damit kontinuierlich an und bakterielle Infektionen liegen als Todesursache inzwischen weit hinter Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Langsam entwickeln sich einige dieser Infektionen jedoch wieder zu einer gesundheitlichen Herausforderung. Der Grund: Zunehmende Antibiotika-Resistenzen.

Zu häufige und falsche Verwendung

"Antibiotika zählen heute zu den weltweit am häufigsten eingesetzten Medikamenten bei Menschen, Tieren und in der Landwirtschaft", erklärt Oskar Janata. Facharzt für Innere Medizin und Antibiotika-Spezialist am SMZ-Ost in Wien. Dabei ist die Anwendung eigentlich nur für besonders schwerwiegende bakterielle Infektionen vorgesehen. "Die zu sorglose und ungenaue Gabe führte über Jahrzehnte zur Zunahme bakterieller Krankheitserreger, die gegenüber Antibiotika weniger empfindlich oder sogar völlig resistent geworden sind."

Dazu kommt, dass Antibiotika oft nicht richtig eingenommen werden. Etwa jeder zweite Patient setzt die Therapie zu früh ab, obwohl Erreger noch nicht vollständig eliminiert sind. Faktoren wie ein zu frühes Absetzen der Therapie, eine zu niedrige Dosierung oder eine zu lange Therapiedauer fördern letztendlich die Resistenzbildung.

Multiresistente Gefahr in Krankenhäusern

Weltweit spitzt sich das Problem der steigenden Antibiotika-Resistenzen zu. Um die Forschung und Entwicklung neuer wirksamer Substanzen voranzutreiben, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) daher eine Liste mit den 12 gefährlichsten Bakterien, gegen die besonders dringend neue Medikamente gebraucht werden, veröffentlicht. Denn diese Erreger sind zunehmend resistent gegen gängige Arzneimittel und können potentiell tödliche Infektionen auslösen.

Besonders Keime, gegen die mehrere Antibiotika machtlos sind, machen der WHO Sorgen. Diese multiresistenten Bakterien verändern sich ständig, werden gegen neue Medikamente immun und können diese Immunität auch an andere Keime weitergeben. Ein großes Problem stellen sie in Krankenhäusern und Pflegeheimen dar, wo viele Menschen mit geschwächtem Immunsystem zu finden sind. Diese Personen sind besonders gefährdet. Eine aktuelle europäische Studie zeigt, dass Krankenhauskeime jährlich 2,6 Millionen Infektionen auslösen und 91.000 davon tödlich enden.

Janata betont: "In Österreich sind die resistenten Keime derzeit noch gut zu handhaben. Doch wir müssen dringend darauf achten, dass das auch so bleibt und dürfen die Situation nicht unterschätzen." Er rät zur Vorsicht, insbesondere um das Einschleppen und Übertragen der gefährlichen Erreger zu vermeiden: "Die korrekte Händehygiene der Mitarbeiter im Krankenhaus, aber ebenso von Patienten und Besuchern, ist die wichtigste Maßnahme, eine Erregerübertragung zu verhindern!"

Neue Therapieoptionen verfügbar


Auf der Liste der WHO befinden sich unterschiedliche Bakterienfamilien gegliedert nach Prioritäten, in denen es zu forschen gilt. Zur Gruppe der aktuell gefährlichsten Keime weltweit gehören demnach unter anderem die zwei Bakterienfamilien Carbapenem-resistente Enterobacteriaceae (CRE) und schwer behandelbare Pseudomonas aeruginosa. Konkret gegen diese konnte das Pharmaunternehmen Pfizer nun ein neues Antibiotikum auf den österreichischen Markt bringen.

Quelle: http://www.derstandard.at

Freie Sauerstoffradikale: Bösewichte, die auch gut sein können

Donnerstag, 22. März 2018, 00:06 - Von Michael - 0 Kommentare

Bei Rückenmarksverletzungen sind freie Saustoffradikale für die Heilung von geschädigten Nervenzellen relevant, sagen Forscher

Zellalterung, Krebs, Parkinson und Alzheimer: mit freien Sauerstoffradikalen werden meist Krankheiten in Verbindung gebracht. Die Moleküle scheinen jedoch auch positive Aufgaben zu besitzen, wie ein internationales Wissenschafterteam unter der Leitung von Simone Di Giovanni vom Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung der Universität Tübingen und dem englischen Imperial College London berichtet. Demnach können freie Sauerstoffradikale bei Rückenmarksverletzungen eine wichtige Rolle im Heilungsprozess spielen.

In der aktuellen Ausgabe von Nature Cell Biology beschreiben die Forscher, wie verletzte Nervenzellen gezielt ein Enzym aufnehmen, dass freie Sauerstoffradikale bildet. Die entstehenden Radikale setzen anschließend Prozesse in Gang, die der Regenerierung der Zellen dienen. "Behandlungen, die nach einer Nervenverletzung darauf abzielen, die Produktion freier Sauerstoffradikale einzuschränken, könnten tatsächlich nachteilig sein", erklärt Di Giovanni. "Der genaue Zeitpunkt und die richtige Dosis müssen wohl berücksichtigt werden."

Unklar ist aber, ob eine höhere Menge an freien Sauerstoffradikalen den Heilungsprozess noch verbessern kann. In der aktuellen Studie beobachteten die Wissenschafter, wie körpereigene Abwehrzellen – sogenannte Makrophagen – nach einer Verletzung ein Enzym mit dem Namen NOX2 ins Gewebe absondern. "NOX2 wird anschließend vom Axon, dem Nervenzellfortsatz, der verletzten Zellen aufgenommen und in kleinen Vesikeln Richtung Zellkörper transportiert", beschreibt Di Giovanni den Vorgang. "Es erzeugt freie Sauerstoffradikale, indem es eine Reihe von Proteinen oxidiert. Durch sie werden im Zellkörper Signalwege angeregt, an dessen Enden die Regenerierung des Axons und das Wachstum weiterer Zellfortsätze steht."

Auch positive Eigenschaften

Rückenmarksverletzungen gehen oftmals mit lebenslangen Lähmungen einher. Sind die Nervenfasern einmal durchtrennt, leiten sie kein Gehirnsignal mehr an Muskeln in Bein oder Arm weiter. Derzeit gibt es keine Therapie, die Nervenfasern reparieren kann. Noch können die Forscher die komplexen molekularen und zellulären Prozesse, die sich nach einer Verletzung an Nerven oder im Rückenmark abspielen, nicht vollständig entschlüsseln. "Je besser wir aber verstehen, was im Körper vor sich geht, desto einfacher werden wir Strategien entwickeln können", hofft Di Giovanni.

"Bisher assoziierten wir freie Sauerstoffradikale vor allem mit Schäden an Nerven und Rückenmark", sagt der Studienleiter. "Die Moleküle gehen unkontrolliert chemische Reaktionen mit Proteinen und DNA ein und zerstören so Zellmembranen und Erbgut. Jetzt müssen wir ihnen tatsächlich aber auch positive Aufgaben zuschreiben."

Quelle: http://www.derstandard.at

Behandlung von MS: Die Revolution muss warten

Donnerstag, 22. März 2018, 00:01 - Von Michael - 0 Kommentare

Erstmals wurde ein Medikament für chronische multiple Sklerose zugelassen. Es sei gut, aber nur für wenige Patienten, sagen Ärzte

Sie sind selten, aber es gibt sie: die großen Würfe in der Entwicklung von Wirkstoffen, die einen Paradigmenwechsel in der Medizin bedeuten. Die antiviralen Medikamente gegen HIV und Hepatitis C zählen etwa dazu. Vor knapp einem Monat hat die EU das erste Medikament zur Behandlung von Patienten mit primär progredienter multipler Sklerose (PPMS) zugelassen. Von einem Meilenstein in der Behandlung von MS war die Rede. Dabei handelt es sich um den monoklonalen Antikörper Ocrelizumab des Schweizer Pharmakonzerns Roche, der unter dem Namen Ocrevus vertrieben wird.

Die PPMS ist durch eine kontinuierliche Verschlechterung des Gesamtzustands der Patienten von Beginn an gekennzeichnet. "Das Ausmaß der Wirksamkeit von Ocrevus ist aber relativ bescheiden, denn für den größten Teil dieser Patienten ist es völlig ungeeignet", warnt Fritz Leutmezer, Neurologe an der Med-Uni Wien, vor übertriebener Hoffnung. Schließlich ist das Anwendungsgebiet bei PPMS auf Patienten im Frühstadium beschränkt. "Deutlich mehr profitieren werden Menschen, die von einerschubförmigen MS betroffen sind", ergänzt der Neurologe. Aber auch in dieser Gruppe gibt es Einschränkungen. Für die Behandlung von Langzeitpatienten, bei denen die Krankheit zunehmend einen chronischen Verlauf nimmt, ist der monoklonale Antikörper ebenfalls ungeeignet.

"Auch der Wirkstoff ist nicht wirklich neu", sagt der Wiener Neurologe Rainer Grass. "Es handelt sich um eine leicht modifizierte Form des monoklonalen Antikörpers Rituximab, der bei rheumatischen und onkologischen Erkrankungen in Verwendung ist. Seit etwa 15 Jahren wird er auch "off-label" zur Behandlung von MS eingesetzt."

B-Zellen eliminieren

Über die Ursachen der Erkrankung gibt es noch immer keine Klarheit. Forscher vermuten, dass es sich hier um eine Fehlsteuerung des Immunsystems handelt. Die Folge: Im Zentralnervensystem kommt es zu Entzündungen, die insbesondere die schützende Schicht der Nervenfasern im Gehirn, das Myelin, schädigt. "Alles, was bislang herausgefunden wurde, basiert auf Erkenntnissen im Tiermodell. Wenn T-Lymphozyten aus einer Maus entnommen werden, die an MS erkrankt ist, und in eine gesunde Maus injiziert werden, dann entwickelt diese auch MS. Damit war die Hypothese geboren, dass es sich um eine T-Zellen-vermittelte Erkrankung handelt", erläutert Leutmezer.

Die Rolle der sogenannten B-Lymphozyten wurde dadurch lange Zeit unterschätzt. Genau darauf zielen Rituximab und Ocrevus ab: Die Wirkstoffe eliminieren die B-Lymphozyten, jene weißen Blutkörperchen, die als einzige Zellen in der Lage sind, Antikörper zu bilden. "Sie dürften Substanzen produzieren, die für die Wirkung der T-Zellen von entscheidender Bedeutung sind. Wenn die B-Zellen entfernt werden, erreicht man so indirekt auch die T-Zellen", erklärt Leutmezer das Wirkprinzip.

Der größte Vorteil von Ocrevus liegt darin, dass es Patienten nur alle sechs Monate als intravenöse Infusion verabreicht werden muss. "Außerdem gibt es nun ein Medikament zur Behandlung der PPMS, das durch drei klinische Studien abgesichert ist. Die große Herausforderung wird sein, vielen Patienten zu erklären, warum es für sie ungeeignet ist", sagt Grass.

Aktuell sind mehrere Wirkstoffe in Entwicklung, die direkt in den Krankheitsverlauf eingreifen und die Nervenschäden im Gehirn reparieren sollen. "Momentan gibt es dazu ein paar Phase-II/III-Studien. Wenn das gelingt, kann wirklich von einer Revolution gesprochen werden", ist Leutmezer überzeugt. Bis dahin heißt es: bitte warten. (Günther Brandstetter, 15.2.2018)

Quelle: http://www.derstandard.at

Rheuma und MS: Arginin als neuer Therapieansatz

Sonntag, 18. März 2018, 19:03 - Von Michael - 4 Kommentare

An der Med-Uni Wien wurde ein neues Christian Doppler-Labor gegründet. Im Fokus steht die Aminosäure Arginin als neue Therapie bei Rheuma und Multipler Sklerose.

In der Aminosäure Arginin sehen Wiener Forscher einen möglichen Schlüssel zur Entwicklung neuer Behandlungen für Rheumatoide Arthritis und Multiple Sklerose (MS). Im Rahmen des an der Medizinischen Universität Wien eröffneten Christian Doppler(CD)-Labor für Argininmetabolismus will man in den kommenden sieben Jahren Fortschritte erzielen. Dazu stehen insgesamt 1,2 Millionen Euro bereit. In den von der Christian Doppler Gesellschaft (CDG) genehmigten CD-Labors kooperieren Wissenschafter mit Unternehmen im Bereich der anwendungsorientierten Grundlagenforschung. Die Kosten teilen sich die öffentliche Hand und Industriepartner zu gleichen Teilen. An der Entschlüsselung des Argininstoffwechsels arbeiten die Wiener Forscher um Laborleiter Gernot Schabbauer vom Institut für Gefäßbiologie und Thromboseforschung der MedUni Wien mit Unterstützung der Firma Bio Cancer Treatment International aus Hongkong.

Fluch und Segen

Bei Arginin handelt es sich um eine Aminosäure, die sowohl Segen als auch Fluch sein kann. Sie wird einerseits im Körper gebildet und andererseits über Erbsen, Kürbiskerne, Walnüsse oder Hühnerfleisch aufgenommen und fungiert gewissermaßen als "Zell-Treibstoff", heißt es in einer Aussendung. Auf der anderen Seite kann Arginin bei Vorliegen bestimmter Erkrankungen auch zu unerwünschtem Zellwachstum oder einer übertriebenen Reaktion des Immunsystems beitragen. Die Aminosäure hilft dem Körper dabei, sich von zu viel Stickstoff zu befreien, indem in der Leber das gefährliche Ammonium in harmlosen Harnstoff umgewandelt wird. Hier spielt das Enzym Arginase eine wichtige Rolle, wie Schabbauer erklärte. "Erst in den vergangenen Jahren hat man auch entdeckt, dass Teile des Harnstoffzyklus und eben auch die Arginase in der Regulation der Immunantwort eine wichtige Rolle spielen", so der Wissenschafter. Es zeigte sich auch, dass manche Immunzellen besonders stark von Arginin abhängig sind. Während bei "normalen Vorgängen" im Körper jenes Arginin ausreiche, das die Zellen selbst produzieren, gibt es Umstände, wo der Körper deutlich mehr davon verbraucht – so etwa bei Infektionen, bei Krebserkrankungen oder bei Autoimmunerkrankungen wie Rheumatoider Arthritis und bei Multipler Sklerose.

Clearing von Zellen

An dieser Stelle setzen Schabbauer und sein Team an: "Wir können die Arginase verwenden, um quasi den Organismus oder die Zelle von Arginin freizumachen." Auf diese Weise wollen die Forscher die Erkrankungen sozusagen aushungern. Die Wiener Gruppe konnte bereits zeigen, dass manche Immunzellen besonders Arginin-abhängig sind, sagte Schabbauer. Bis durch die Gabe von rekombinater Arginase eine Arginin-Diät angestoßen und tatsächlich Erkrankungen beim Menschen ins Visier genommen werden können, sei es allerdings noch ein weiter Weg. Im Tiermodell konnten Symptome jedoch bereits gelindert werden. Im Rahmen der anstehenden Grundlagenforschung wolle man genau aufklären, welche Mechanismen hinter dieser Wirkung stehen. Die Wissenschafter erhoffen sich dadurch auch andere Eingriffspunkte zu identifizieren, mit denen noch gezielter Krankheitsverläufe gemildert werden können. Das würde neue Optionen zur Therapie von Rheumatoider Arthritis, Multipler Sklerose oder anderer Autoimmunerkrankungen ermöglichen.

Quelle: http://www.derstandard.at

Forscher finden möglichen Schlüssel zur Heilung der Querschnittlähmung

Dienstag, 19. Dezember 2017, 17:45 - Von Michael - 0 Kommentare

Durham – Die Durchtrennung des Rückenmarks zählt zu den wenigen Verletzungen, die sich trotz intensiver Forschungen beim Menschen immer noch nicht
reparieren lassen. Die Folge ist meist eine Querschnittlähmung. Erstaunlicherweise trifft dies bei Zebrabärblingen (Danio rerio) nicht zu: Eine entsprechende Verletzung des Nervenstrangs kann sich bei den Fischen wieder regenerieren und zu einer vollständigen Heilung führen.
Woran das liegt, haben nun US-Forscher herausgefunden. Die neuen Erkenntnisse könnten auch in der Humanmedizin Fortschritte bringen.

Wird das Rückenmark eines Zebrafisches verletzt, ist auch er von Lähmungen betroffen. Im Unterschied zum Menschen können sogenannte Gliazellen die beiden Enden des Nervenstrangs aber wieder zusammenfügen. Einsprießende Nervenzellen stellen schließlich eine Verbindung her und führen so zu einer vollständigen Heilung. Bei Säugetieren ist es vor allem Narbengewebe, das dieser Regeneration im Weg steht.

Einem Team um Kenneth Poss von Duke University in Durham, North Carolina, ist es nun gelungen, sieben Gene zu identifizieren, die im Zuge einer Rückenmarksverletzung der Zebrabärblinge bestimmte Eiweißmoleküle hervorbringen. Eines davon, der Wachstumsfaktor CTGF, wird in den Gliazellen gebildet und dürfte aufgrund der Experimente, die die Forscher durchgeführt haben, eine entscheidende Rolle bei der Wiederherstellung des Rückenmarks spielen.

Säugetier-Protein mit ähnlicher Wirkung


Dieses Protein existiert in ähnlicher Form auch bei Säugetieren und damit auch beim Menschen. Poss und seine Kollegen setzten dieses Säugetier-Protein bei Zebrafischen mit Rückenmarksverletzungen ein, denen man ihr ursprüngliches CTGF genetisch entfernt hat – und auch in diesem Fall kam es zu einer Regeneration des verletzten Nervengewebes, wie die Wissenschafter im Fachjournal "Science" schreiben. "Die gelähmten Fische schwammen wieder. Der Effekt des Proteins ist beeindruckend", berichtet Koautor Mayssa Mokalled.

"Ich glaube nicht, dass CTGF das ganze Geheimnis ist, aber wir haben damit etwas in der Hand, das uns bei dem Ziel Ansatzpunkte liefert, Regeneration zu fördern", gibt sich Poss hoffnungsvoll. Nun sollen Experimente mit Mäusen den genauen Ablauf enthüllen und zeigen, wie CTGF kontrolliert wird.

Quelle: http://www.derstandard.at

Chancengleichheitsgesetz - Oberösterreich hat zu wenig Geld dafür

Montag, 4. Dezember 2017, 10:37 - Von Michael - 0 Kommentare

Menschen mit Behinderung in OÖ von Politik vertröstet. Konkret warten derzeit in Oberösterreich beispielsweise bereits 3.433 Menschen mit Behinderung auf einen Wohnplatz, 1.555 Menschen mit Behinderung auf eine mobile Betreuung, 846 warten auf eine geschützte Arbeit und 323 Menschen mit Behinderung warten auf Persönliche Assistenz. Das Sozialressort ist derzeit mit 53 Millionen Euro verschuldet, weil in den letzten Jahren wesentlich mehr geleistet wurde, als aus dem vorhandenen Budget bezahlt werden konnte.

Weiter Infos im Anhang....

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Quelle: LT1 Oberösterreich

Gedanken allein steuern einen Roboterarm

Montag, 4. Dezember 2017, 09:56 - Von Michael - 0 Kommentare

Eine gelähmte Frau kann dank eines von US-Forschern entwickelten Sensors im Gehirn ohne fremde Hilfe Kaffee trinken.

Es klingt nach Science-Fiction und ist doch Realität: Eine vom Hals abwärts gelähmte Frau kann dank eines von US-Forschern entwickelten Roboterarms und eines Sensors im Hirn ohne fremde Hilfe eine Flasche zum Mund führen. "Erstmals seit fast 15 Jahren hat sie aus eigenem Willen etwas anheben können", sagt der US-Neurologe Leigh Hochberg begeistert, der an diesem spektakulären Fortschritt in Sachen Schnittstelle Hirn-Maschine beteiligt war.

Im Mittelpunkt der im Fachblatt "Nature" vorgestellten Studie steht ein Hirn-Computer-Interface namens BrainGate2 - eigentlich aber die 58-jährige Cathy Hutchinson. Sie erlitt vor 15 Jahren einen Hirnschlag, der ihren Hirnstamm schwer schädigte. Seither ist sie vollständig gelähmt und kann nicht mehr sprechen. Nach ihrem Infarkt konnte sie sich nur mit Augenbewegungen bemerkbar machen und litt unter dem sogenannte Locked-in-Syndrom. Mittlerweile kann sie wieder ihren Kopf leicht bewegen, gelegentlich kommt es zu Zitterbewegungen in den Armen.

Hutchinson erhielt so wie ein zweiter Leidensgenosse einen Sensor in die Hirnrinde implantiert. Das vier mal vier Millimeter kleine Ding besteht aus 96 feinsten Elektroden, mit denen die elektrische Aktivität der angezapften Nervenzellen aufgezeichnet wird - und es wurde genau an jener Stelle platziert, wo normalerweise die elektrischen Impulse für willentliche Bewegungen im Arm entstehen.

Über feinste Golddrähte wird diese Information von dieser Schnittstelle weg an die Schädeldecke geleitet. Und von dort schließlich wird sie über einen Computer und an den Roboterarm weitergeleitet.

Der erfolgreiche Versuch vom April vergangenen Jahres ist Teil einer andauernden klinischen Testreihe zu dem Roboterarm. Die Forscher um John Donoghue (Brown University in Providence) hatten vor sechs Jahren vom Hals abwärts gelähmte Patienten mit ihren Gedanken einen Cursor auf einem Computerschirm bewegen lassen. Die neue Anwendung geht weit darüber hinaus. Denn die Bewegung eines Roboterarms mit seinen Gelenken ist viel komplizierter als das Verschieben eines Computer-Cursors. Auch findet die Armbewegung nicht auf einer Fläche, sondern im dreidimensionalen Raum statt.

Die erfolgreichen Experimente mit BrainGate2 - in vier von sechs Versuchen war Hutchinson erfolgreich - zeigen laut den Forschern das Potenzial von Hirn-Computer-Interfaces. Aber sie seien noch stark verbesserungsbedürftig: Bei den beiden Patienten musste stets ein Techniker zugegen sein, der das System vor dem Gebrauch in einer halbstündigen Prozedur entsprechend einstellte.

BrainGate soll im Idealfall in zehn Jahren marktreif sein. Dann sollte das System auch komplexere Alltagsaufgaben wie etwa das Zähneputzen für Patienten übernehmen können.

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Quelle: derStandard.at - Nachrichten in Echtzeit

Streit um Behindertenparkplätze

Mittwoch, 26. März 2014, 18:51 - Von Michael - 9 Kommentare

Bisher konnten nur Menschen mit einer Geh-Behinderung den begehrten Parkausweis für Behinderte erhalten

Seit einer Gesetzesnovelle im Jänner können nun auch Menschen mit einer "Mobilitätseinschränkung“ darum ansuchen, wenn es ihnen nicht zumutbar ist, öffentliche Verkehrsmittel zu benützen.

Im Studiogespräch: Anton Steiner (Verband der Querschnittgelähmten Österreich) und Hans Jürgen Groß (ÖZIV)

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Quelle: BMIN und ORF TVthek

AUVA will Reha-Zentrum Weißer Hof absiedeln

Samstag, 8. Februar 2014, 09:00 - Von Michael - 0 Kommentare

Es ist das wohl bekannteste Rehabilitationszentrum Ostösterreichs: Der Weiße Hof in der Nähe von Klosterneuburg. Rund 1500 Patienten werden hier nach Unfällen und Operationen wieder auf den Alltag bzw. ein Leben im Rollstuhl oder mit Prothesen vorbereitet; auch für behinderte Sportler bietet der Weiße Hof Therapie- und Trainingsmöglichkeiten.

Damit könnte bald Schluss sein: Der Träger und Betreiber des Weißen Hofs – die staatliche Unfallversicherung AUVA – überlegt eine Absiedlung des orthopädischen Rehabilitationszentrums aus Klosterneuburg. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob die Einrichtung nach Wien-Meidling übersiedelt wird, wo die AUVA bereits ein Unfallkrankenhaus und ein neurologisches Rehab-Zentrum betreibt.

AUVA-Sprecher Andreas Lexer bestätigt, dass die Studie beauftragt wurde; bis zu einem Ergebnis soll es aber noch einige Monate dauern. Hintergrund der Überlegungen dürften Alter und Lage des Weißen Hofs sein: Das 1986 eröffnete Reha-Zentrum ist nicht mehr am neuesten Stand der medizinischen Möglichkeiten; außerdem baue man heute Spitäler und Reha-Einrichtungen möglichst an gemeinsamen Standorten.

Quelle: Kurier.at

12 Forderungen der autonomen Behindertenbewegung

Donnerstag, 25. April 2013, 09:44 - Von Michael - 1 Kommentar

Inklusion darf keine leere Worthülse sein. Diese besorgniserregende Entwicklung verdeutlicht unter anderem der Budgetentwurf des Sozial-ministeriums, in dem die Zielgruppe "Menschen mit Behinderungen" kein explizites Thema ist. Die Kürzungen im Behindertenbereich gehen munter weiter, die Missachtung dieser Personengruppe zeigt eine steigende Tendenz. Wir werden das nicht mehr hinnehmen und stellen daher an die politisch Verantwortlichen nachfolgende Forderungen:



1. Umgehende Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention
2. Valorisierung und Ausbau des Pflegegeldes
3. Rechtsanspruch auf Persönliche Assistenz (Pers. Unterstützung)
4. Verbesserung des Bundesbehindertengleichstellungsgesetzes
5. Forcierung von Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen
6. Umsetzung umfassender Inklusion im Bildungssystem
7. Wirkungsvolle Maßnahmen gegen Behindertenarbeitslosigkeit
8. Ausgleich des behinderungsbedingten Mehraufwandes
9. Einführung des Solidaritätsprinzips
10. Soziale Fairness für behinderte Menschen und ihre Familien
11. Schließung aller Großinstitutionen nach dem Vorbild Schwedens
12. Behindertenpolitik als essenzieller Teilbereich der Bundespolitik


Details, Erklärungen und weitere Infos findet ihr auf der BMIN Homepage.

Donauturm - Ein neues Wahrzeichen für ein behindertenfreundliches Wien !?

Sonntag, 14. April 2013, 09:46 - Von Michael - 0 Kommentare

Schon seit vielen Jahren gab es immer wieder Kritik dass eines der größten Wahrzeichen Wiens für Rollstuhlfahrer nicht voll zugänglich war.

Doch jetzt soll alles anders werden und es zigt sich wieder einmal das mit etwas gutem Willen alles möglich ist. Am 28.03.2013 berichtete die Kronen Zeitung:



Heinz Bartl, seines Zeichen Oberstadtbaurat a.D. und Rollstuhlfahrer hat gezeigt dass man nur "stur" genug sein muss und so wird der Donauturm bis zum 50-Jahre-Jubiläum im Frühjahr 2014 mit einem Lift ausgestattet sein der dann auch Rollstuhlfahrern erlaubt den Donauturm bis zur letzten Stufe zu erklimmen.

Danke Heinz Bartl für deine "Sturheit" und wir hoffen das dieser Erfolg dazu beiträgt dass auch noch andere Barrieren überwunden werden.

Quelle: Kronen Zeitung und BMIN

Stoßwellen beschleunigen Heilung von Nervenverletzungen

Freitag, 22. Juni 2012, 11:13 - Von Michael - 0 Kommentare

Ein Forscherteam des Ludwig Boltzmann Instituts (LBI) für experimentelle und klinische Traumatologie beim Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhaus in Wien konnte in einer aktuellen Studie an Ratten zeigen, dass die Regenerationszeit peripherer Nerven durch den Einsatz einer Stoßwellen-Therapie (ESWT) signifikant verkürzt werden kann.

Stoßwellen sind hochenergetische Druckwellen, die sich von Schallwellen in Energie, Anstiegs- und Ausbreitungsgeschwindigkeit unterscheiden. Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) ist eine Methode, die bereits seit längerer Zeit in der Therapie von schlecht heilenden Knochenbrüchen, chronischen Wunden oder Nierensteinen zum Einsatz kommt.

Thomas Hausner, Facharzt für Unfallchirurgie und Forscher am LBI gelang es nun erstmals, EWST erfolgreich in der Erstbehandlung von Verletzungen des peripheren Nervensystems anzuwenden: "Unsere experimentellen Studien zeigen, dass die Behandlung mit Stoßwellen kurz nach Auftreten der Verletzung zu einer signifikant schnelleren funktionalen Wiederherstellung des verletzten Nervenareals führt."

Deutliche Verbesserung innerhalb von drei Wochen

Im Gegensatz zu unbehandelten Tieren hätte man innerhalb von drei Wochen eine deutlich höhere Anzahl von neuen und intakten Nervenfassern feststellen können. Das lasse vermuten, dass EWST eine signifikante Verbesserung der Nerven-Regeneration herbeiführe.

Heinz Redl, Leiter des LBI für experimentelle und klinische Traumatologie: "Die erstmalige Anwendung von Stoßwellen zur Nervenregeneration (...) ist ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Verwendung von Stoßwellen zur Geweberegeneration im Rahmen der Behandlung von Unfallpatienten."

Quelle: www.derstandard.at

Gelähmte Ratten lernen wieder laufen

Freitag, 22. Juni 2012, 11:11 - Von Michael - 0 Kommentare

Mit einem Chemikalienmix und elektrischer Stimulation brachten Schweizer Neurowissenschaftler Nagern mit gelähmten Hinterbeinen das Gehen bei. Demnächst soll das Verfahren auch bei Menschen getestet werden.

So groß der Fortschritt der Medizin in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten war: Bei der Therapie von Menschen mit Querschnittslähmung stehen die Forscher an. Hoffnungen setzen sie allenfalls auf die Behandlung mit embryonalen Stammzellen, die in das verletzte Nervengewebe eingebracht werden. Im Tierversuch kam es dadurch zu Verbesserungen, eine Studie bei 20 Personen läuft seit Ende 2010.

Einen neuen Ansatz, der Hoffnung macht, stellt nun ein Forscherteam rund um Grégoire Courtine vor, der an der renommierten Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne (EPFL) eine eigene, der Rehabilitation von Rückenmarksverletzungen gewidmete Professur innehat. Das Prinzip, auf das Courtine setzt, heißt Neuroplasitizität - das heißt, man will sich die Veränderbarkeit von Nervenmaterial zunutze machen.

"Schlafende" Nervenzellen wecken

Das Neurorehabilitationsverfahren beruht vor allem auf einer Stimulierung der "schlafenden" Nervenzellen im Rückenmark. Wird das Rückenmark schwer verletzt oder vollständig durchtrennt, erhalten die Nervenzellen unterhalb der verletzten Region keine Informationen mehr aus dem Gehirn.

Die Wissenschafter weckten die schlafenden Zellen nun gewissermaßen wieder auf - und zwar mit einem Chemikalienmix, der die Nervenzellen ähnlich wie normalerweise die Botenstoffe des Gehirns anregt. Darüber hinaus wurden die Nervenfasern elektrisch stimuliert. Nach zwei bis drei Wochen Training machten die Ratten ihre ersten selbstständigen Schritte. Schon bald legten sie eine Strecke von 21 Metern in drei Minuten zurück, schreiben die Forscher um Courtine, der angesichts des Therapieerfolgs euphorisch vom "Weltpokal der Neurorehabilitation" spricht.

Die Forscher gehen davon aus, dass dieser Ansatz sich auch auf menschliche Patienten mit Querschnittslähmungen übertragen lasse - auch wenn die Nervenfasern bei Tier und Mensch anders verlaufen. Courtine zeigt sich optimistisch, dass man in ein bis zwei Jahren an der Balgrist Uniklinik in Zürich, mit einer entsprechenden Phase-zwei-Studie beginnen kann.

Quelle: www.derstandard.at

Infos zum Bereich "News aus aller Welt"

Dienstag, 17. Januar 2012, 14:20 - Von Michael - 0 Kommentare

Im "alten" Forum hatten wir ja für die News aus aller Welt einen eigenen Bereich, da die Programmierung von zusätzlichen Erweiterungen sehr aufwändig ist haben wir uns entschlossen einige Elemente in das Forum einzubinden.

Bitte beachtet aber dass die Beitrage von der alten Webseite übernommen wurden und daher schon etwas älter sind. Es war leider nicht möglich hier auch das Datum mit zu übernehmen.

Wer will kann natürlich gerne News posten, beachtet aber dabei bitte dass ihr am Ende des Beitrages unbedingt die Quelle der News angebt, bei News von Webseiten einfach den Link zur Webseite (nicht den Link zum Beitrag) ansonsten den Name der Zeitung oder Zeitschrift aus der die News stammt, Danke.

Per Ohrenwackeln den Rollstuhl steuern

Dienstag, 17. Januar 2012, 14:15 - Von Michael - 0 Kommentare

Kleiner Chip hinter dem Ohr soll Muskelsignale aufzeichnen und per Funk an einen Empfänger leiten

Göttingen - Wissenschafter von der Universitätsmedizin Göttingen arbeiten an einer neuen Methode, um Querschnittsgelähmte mobil zu machen. Menschen, die weder Arme noch Beine bewegen können, sollen einen Rollstuhl künftig mit Hilfe der Ohrmuskulatur steuern. Zusammen mit Kollegen aus Heidelberg und Karlsruhe entwickeln Göttinger Neurologen dazu ein sogenanntes telemetrisches myoelektrisches Ohrmuskelableitsystem (Telmyos). Dabei soll ein kleiner Chip hinter dem Ohr Muskelsignale aufzeichnen und per Funk an einen Empfänger übertragen, der dann den Rollstuhl steuert.

Gezieltes Ohrentraining

Manche Menschen können von Natur aus mit den Ohren wackeln. Alle anderen können nach Erkenntnissen der Göttinger Neurologen durch gezieltes Training ebenfalls lernen, die Ohrmuskulatur willentlich zu aktivieren. Weil bei jeder Muskelaktivierung auf natürliche Weise elektrische Signale entstehen, kamen die Forscher auf die Idee, die Ohrmuskeln gezielt zu nutzen: Sie könnten die nötige Energie liefern, um technische Hilfsmittel wie Rollstühle oder Prothesen zu steuern.

Die Wissenschafter wollen jetzt eine Apparatur bauen, mit der sich die elektrischen Signale ableiten und weiterverarbeiten lassen. Unterstützt werden sie dabei von dem Unternehmen Otto Bock HealthCare. Das deutsche Forschungsministerium fördert das Projekt mit mehr als 800.000 Euro.

Mit dem neuen System könnten Patienten, die weder Arme noch Beine bewegen können, erstmalig ihre technischen Rehabilitationsmittel mit Hilfe der Ohrmuskeln selbst steuern, sagte Projektleiter David Liebetanz. "Jeder noch so kleine Zugewinn an Autonomie ist für diese Patienten, die bisher bei jeglicher Tätigkeit die Hilfe von anderen benötigen, von großer Bedeutung."

Quelle: www.derstandard.at

Künstliche Harnröhre

Dienstag, 17. Januar 2012, 14:15 - Von Michael - 0 Kommentare

Mit künstlichen Harnröhren aus körpereigenen Zellen haben amerikanische Ärzte fünf Jungen zwischen 10 und 14 Jahren erfolgreich geholfen. Selbst nach bis zu sechs Jahren funktioniere das im Labor nachgezüchtete Gewebe ohne Probleme, berichtet die Gruppe um Anthony Atala vom Wake Forest Institute for Regenerative Medicine in Winston Salem im Fachjournal «The Lancet». Künstliche Harnröhren aus körpereigenen Zellen seien offensichtlich bei Jungen eine gut funktionierende Alternative zum Original und damit ein Fortschritt der regenerativen Medizin. Die fünf Jungen hatten wegen Harnröhrenschäden zwischen 2004 und 2007 jeweils einen Teilersatz erhalten. Dafür wurden ihnen einige Zellen aus dem Blasentrakt entnommen, vermehrt und danach auf ein röhrenförmiges Gerüst «ausgesät». Nach einer Weile in der Zellkultur entstand so ein röhrenartiges Gebilde, das den Kindern eingesetzt wurde.

Schäden an der Harnröhre können durch Unfälle, Krankheiten oder Gendefekte entstehen. Sind nur kleine Abschnitte betroffen, kann ein Chirurge sie leicht durch eine Operation reparieren. Schäden über größere Strecken erfordern eine Gewebetransplantation. Das Gewebe wird normalerweise aus der Haut oder der Mundschleimhaut entnommen. "Diese Transplantate können Ausfallraten von mehr als 50 Prozent haben. Zudem verengen sie sich häufig, was zu Infektionen, Schwierigkeiten beim Harnlassen, Schmerzen und Blutungen führen kann", erläutert Studienleiterin Raya Rivera.

Quelle: www.focus.de

Krebsmittel hilft bei Lähmung

Dienstag, 17. Januar 2012, 14:13 - Von Michael - 0 Kommentare

Forscher bringen durchtrennte Nervenfasern im Rückenmark von Ratten wieder zum Wachsen

Washington - Entdeckt wurde es vor genau 40 Jahren. Damals stießen Forscher bei der Suche nach Anti-Krebs-Mitteln in der Rinde der Pazifischen Eibe auf einen erfolgversprechenden Wirkstoff namens Paclitaxel. Seit 1993 ist es unter dem Handelsnamen Taxol als Medikament gegen Brust- und Eierstockkrebs im Einsatz. Eine Wundermittel ist es aufgrund der Nebenwirkungen eher nicht.

Oder vielleicht doch? Einem Forscherteam rund um Frank Bradke vom Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried bei München gelang nämlich mit Taxol etwas höchst Überraschendes: Sie brachten damit durchtrennte Nervenfasern im Rückenmark von Ratten wieder zum Wachsen, wie sie im Fachblatt "Science" (online) berichten.

Das bisher unüberwindliche Problem bei Querschnittslähmungen besteht darin, dass Nervenfasern des Rückenmarks (und des Gehirns) so gut wie nicht mehr wachsen, wenn sie einmal durchtrennt sind. Die Selbstreparatur wird durch drei Faktoren verhindert: Erstens hemmen bestimmte Proteine das Wachstum, zweitens gerät das Gerüst der Nervenzellen durcheinander und drittens bilden sich Narben.

Kürzlich erst startete ein Versuch mit embryonalen Stammzellen, der Hoffnung auf Nervenwachstum macht. Die Gefahr ist allerdings, dass dadurch auch Tumoren wachsen könnten. Taxol, das bei den Ratten mittels einer Gewebepumpe an der verletzten Stelle verabreicht wurde, hat sich als ein probates Mittel gegen Faktor zwei und drei herausgestellt.

Vergleiche der Videos von den querschnittgelähmten Ratten vor und nach der Taxol-Behandlung sind beeindruckend: Danach liefen die Ratten fast einwandfrei über eine Leiter. Studienleiter Frank Bradke glaubt jedenfalls, auf einem vielversprechenden Weg zu sein. Und der Weg zu den ersten klinischen Studien scheint auch nicht mehr weit.

Quelle: www.derstandard.at

Neuer Apotheken-Notruf 1455 gestartet

Dienstag, 17. Januar 2012, 14:12 - Von Michael - 0 Kommentare

Seit 1. Jänner 2011 gibt es den neuen Apotheken-Notruf 1455. Das Bundesministerium für Gesundheit unterstützt die Kurznummer, die von der Österreichischen Apothekerkammer betrieben wird. Wer 1455 wählt, erhält österreichweit rund um die Uhr Auskünfte über dienstbereite Apotheken. Blinde und Sehbehinderte werden über Arzneimittel informiert.

Quelle: www.derstandard.at