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Gedanken allein steuern einen Roboterarm

Freitag, 29. April 2016, 13:52 - Von Michael - 0 Kommentare

Eine gelähmte Frau kann dank eines von US-Forschern entwickelten Sensors im Gehirn ohne fremde Hilfe Kaffee trinken.

Es klingt nach Science-Fiction und ist doch Realität: Eine vom Hals abwärts gelähmte Frau kann dank eines von US-Forschern entwickelten Roboterarms und eines Sensors im Hirn ohne fremde Hilfe eine Flasche zum Mund führen. "Erstmals seit fast 15 Jahren hat sie aus eigenem Willen etwas anheben können", sagt der US-Neurologe Leigh Hochberg begeistert, der an diesem spektakulären Fortschritt in Sachen Schnittstelle Hirn-Maschine beteiligt war.

Im Mittelpunkt der im Fachblatt "Nature" vorgestellten Studie steht ein Hirn-Computer-Interface namens BrainGate2 - eigentlich aber die 58-jährige Cathy Hutchinson. Sie erlitt vor 15 Jahren einen Hirnschlag, der ihren Hirnstamm schwer schädigte. Seither ist sie vollständig gelähmt und kann nicht mehr sprechen. Nach ihrem Infarkt konnte sie sich nur mit Augenbewegungen bemerkbar machen und litt unter dem sogenannte Locked-in-Syndrom. Mittlerweile kann sie wieder ihren Kopf leicht bewegen, gelegentlich kommt es zu Zitterbewegungen in den Armen.

Hutchinson erhielt so wie ein zweiter Leidensgenosse einen Sensor in die Hirnrinde implantiert. Das vier mal vier Millimeter kleine Ding besteht aus 96 feinsten Elektroden, mit denen die elektrische Aktivität der angezapften Nervenzellen aufgezeichnet wird - und es wurde genau an jener Stelle platziert, wo normalerweise die elektrischen Impulse für willentliche Bewegungen im Arm entstehen.

Über feinste Golddrähte wird diese Information von dieser Schnittstelle weg an die Schädeldecke geleitet. Und von dort schließlich wird sie über einen Computer und an den Roboterarm weitergeleitet.

Der erfolgreiche Versuch vom April vergangenen Jahres ist Teil einer andauernden klinischen Testreihe zu dem Roboterarm. Die Forscher um John Donoghue (Brown University in Providence) hatten vor sechs Jahren vom Hals abwärts gelähmte Patienten mit ihren Gedanken einen Cursor auf einem Computerschirm bewegen lassen. Die neue Anwendung geht weit darüber hinaus. Denn die Bewegung eines Roboterarms mit seinen Gelenken ist viel komplizierter als das Verschieben eines Computer-Cursors. Auch findet die Armbewegung nicht auf einer Fläche, sondern im dreidimensionalen Raum statt.

Die erfolgreichen Experimente mit BrainGate2 - in vier von sechs Versuchen war Hutchinson erfolgreich - zeigen laut den Forschern das Potenzial von Hirn-Computer-Interfaces. Aber sie seien noch stark verbesserungsbedürftig: Bei den beiden Patienten musste stets ein Techniker zugegen sein, der das System vor dem Gebrauch in einer halbstündigen Prozedur entsprechend einstellte.

BrainGate soll im Idealfall in zehn Jahren marktreif sein. Dann sollte das System auch komplexere Alltagsaufgaben wie etwa das Zähneputzen für Patienten übernehmen können.

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Quelle: derStandard.at - Nachrichten in Echtzeit

Streit um Behindertenparkplätze

Mittwoch, 26. März 2014, 18:51 - Von Michael - 8 Kommentare

Bisher konnten nur Menschen mit einer Geh-Behinderung den begehrten Parkausweis für Behinderte erhalten

Seit einer Gesetzesnovelle im Jänner können nun auch Menschen mit einer "Mobilitätseinschränkung“ darum ansuchen, wenn es ihnen nicht zumutbar ist, öffentliche Verkehrsmittel zu benützen.

Im Studiogespräch: Anton Steiner (Verband der Querschnittgelähmten Österreich) und Hans Jürgen Groß (ÖZIV)

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Quelle: BMIN und ORF TVthek

AUVA will Reha-Zentrum Weißer Hof absiedeln

Samstag, 8. Februar 2014, 09:00 - Von Michael - 0 Kommentare

Es ist das wohl bekannteste Rehabilitationszentrum Ostösterreichs: Der Weiße Hof in der Nähe von Klosterneuburg. Rund 1500 Patienten werden hier nach Unfällen und Operationen wieder auf den Alltag bzw. ein Leben im Rollstuhl oder mit Prothesen vorbereitet; auch für behinderte Sportler bietet der Weiße Hof Therapie- und Trainingsmöglichkeiten.

Damit könnte bald Schluss sein: Der Träger und Betreiber des Weißen Hofs – die staatliche Unfallversicherung AUVA – überlegt eine Absiedlung des orthopädischen Rehabilitationszentrums aus Klosterneuburg. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob die Einrichtung nach Wien-Meidling übersiedelt wird, wo die AUVA bereits ein Unfallkrankenhaus und ein neurologisches Rehab-Zentrum betreibt.

AUVA-Sprecher Andreas Lexer bestätigt, dass die Studie beauftragt wurde; bis zu einem Ergebnis soll es aber noch einige Monate dauern. Hintergrund der Überlegungen dürften Alter und Lage des Weißen Hofs sein: Das 1986 eröffnete Reha-Zentrum ist nicht mehr am neuesten Stand der medizinischen Möglichkeiten; außerdem baue man heute Spitäler und Reha-Einrichtungen möglichst an gemeinsamen Standorten.

Quelle: Kurier.at

12 Forderungen der autonomen Behindertenbewegung

Donnerstag, 25. April 2013, 09:44 - Von Michael - 1 Kommentar

Inklusion darf keine leere Worthülse sein. Diese besorgniserregende Entwicklung verdeutlicht unter anderem der Budgetentwurf des Sozial-ministeriums, in dem die Zielgruppe "Menschen mit Behinderungen" kein explizites Thema ist. Die Kürzungen im Behindertenbereich gehen munter weiter, die Missachtung dieser Personengruppe zeigt eine steigende Tendenz. Wir werden das nicht mehr hinnehmen und stellen daher an die politisch Verantwortlichen nachfolgende Forderungen:



1. Umgehende Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention
2. Valorisierung und Ausbau des Pflegegeldes
3. Rechtsanspruch auf Persönliche Assistenz (Pers. Unterstützung)
4. Verbesserung des Bundesbehindertengleichstellungsgesetzes
5. Forcierung von Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen
6. Umsetzung umfassender Inklusion im Bildungssystem
7. Wirkungsvolle Maßnahmen gegen Behindertenarbeitslosigkeit
8. Ausgleich des behinderungsbedingten Mehraufwandes
9. Einführung des Solidaritätsprinzips
10. Soziale Fairness für behinderte Menschen und ihre Familien
11. Schließung aller Großinstitutionen nach dem Vorbild Schwedens
12. Behindertenpolitik als essenzieller Teilbereich der Bundespolitik


Details, Erklärungen und weitere Infos findet ihr auf der BMIN Homepage.

Donauturm - Ein neues Wahrzeichen für ein behindertenfreundliches Wien !?

Sonntag, 14. April 2013, 09:46 - Von Michael - 0 Kommentare

Schon seit vielen Jahren gab es immer wieder Kritik dass eines der größten Wahrzeichen Wiens für Rollstuhlfahrer nicht voll zugänglich war.

Doch jetzt soll alles anders werden und es zigt sich wieder einmal das mit etwas gutem Willen alles möglich ist. Am 28.03.2013 berichtete die Kronen Zeitung:



Heinz Bartl, seines Zeichen Oberstadtbaurat a.D. und Rollstuhlfahrer hat gezeigt dass man nur "stur" genug sein muss und so wird der Donauturm bis zum 50-Jahre-Jubiläum im Frühjahr 2014 mit einem Lift ausgestattet sein der dann auch Rollstuhlfahrern erlaubt den Donauturm bis zur letzten Stufe zu erklimmen.

Danke Heinz Bartl für deine "Sturheit" und wir hoffen das dieser Erfolg dazu beiträgt dass auch noch andere Barrieren überwunden werden.

Quelle: Kronen Zeitung und BMIN

Stoßwellen beschleunigen Heilung von Nervenverletzungen

Freitag, 22. Juni 2012, 11:13 - Von Michael - 0 Kommentare

Ein Forscherteam des Ludwig Boltzmann Instituts (LBI) für experimentelle und klinische Traumatologie beim Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhaus in Wien konnte in einer aktuellen Studie an Ratten zeigen, dass die Regenerationszeit peripherer Nerven durch den Einsatz einer Stoßwellen-Therapie (ESWT) signifikant verkürzt werden kann.

Stoßwellen sind hochenergetische Druckwellen, die sich von Schallwellen in Energie, Anstiegs- und Ausbreitungsgeschwindigkeit unterscheiden. Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) ist eine Methode, die bereits seit längerer Zeit in der Therapie von schlecht heilenden Knochenbrüchen, chronischen Wunden oder Nierensteinen zum Einsatz kommt.

Thomas Hausner, Facharzt für Unfallchirurgie und Forscher am LBI gelang es nun erstmals, EWST erfolgreich in der Erstbehandlung von Verletzungen des peripheren Nervensystems anzuwenden: "Unsere experimentellen Studien zeigen, dass die Behandlung mit Stoßwellen kurz nach Auftreten der Verletzung zu einer signifikant schnelleren funktionalen Wiederherstellung des verletzten Nervenareals führt."

Deutliche Verbesserung innerhalb von drei Wochen

Im Gegensatz zu unbehandelten Tieren hätte man innerhalb von drei Wochen eine deutlich höhere Anzahl von neuen und intakten Nervenfassern feststellen können. Das lasse vermuten, dass EWST eine signifikante Verbesserung der Nerven-Regeneration herbeiführe.

Heinz Redl, Leiter des LBI für experimentelle und klinische Traumatologie: "Die erstmalige Anwendung von Stoßwellen zur Nervenregeneration (...) ist ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Verwendung von Stoßwellen zur Geweberegeneration im Rahmen der Behandlung von Unfallpatienten."

Quelle: www.derstandard.at

Gelähmte Ratten lernen wieder laufen

Freitag, 22. Juni 2012, 11:11 - Von Michael - 0 Kommentare

Mit einem Chemikalienmix und elektrischer Stimulation brachten Schweizer Neurowissenschaftler Nagern mit gelähmten Hinterbeinen das Gehen bei. Demnächst soll das Verfahren auch bei Menschen getestet werden.

So groß der Fortschritt der Medizin in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten war: Bei der Therapie von Menschen mit Querschnittslähmung stehen die Forscher an. Hoffnungen setzen sie allenfalls auf die Behandlung mit embryonalen Stammzellen, die in das verletzte Nervengewebe eingebracht werden. Im Tierversuch kam es dadurch zu Verbesserungen, eine Studie bei 20 Personen läuft seit Ende 2010.

Einen neuen Ansatz, der Hoffnung macht, stellt nun ein Forscherteam rund um Grégoire Courtine vor, der an der renommierten Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne (EPFL) eine eigene, der Rehabilitation von Rückenmarksverletzungen gewidmete Professur innehat. Das Prinzip, auf das Courtine setzt, heißt Neuroplasitizität - das heißt, man will sich die Veränderbarkeit von Nervenmaterial zunutze machen.

"Schlafende" Nervenzellen wecken

Das Neurorehabilitationsverfahren beruht vor allem auf einer Stimulierung der "schlafenden" Nervenzellen im Rückenmark. Wird das Rückenmark schwer verletzt oder vollständig durchtrennt, erhalten die Nervenzellen unterhalb der verletzten Region keine Informationen mehr aus dem Gehirn.

Die Wissenschafter weckten die schlafenden Zellen nun gewissermaßen wieder auf - und zwar mit einem Chemikalienmix, der die Nervenzellen ähnlich wie normalerweise die Botenstoffe des Gehirns anregt. Darüber hinaus wurden die Nervenfasern elektrisch stimuliert. Nach zwei bis drei Wochen Training machten die Ratten ihre ersten selbstständigen Schritte. Schon bald legten sie eine Strecke von 21 Metern in drei Minuten zurück, schreiben die Forscher um Courtine, der angesichts des Therapieerfolgs euphorisch vom "Weltpokal der Neurorehabilitation" spricht.

Die Forscher gehen davon aus, dass dieser Ansatz sich auch auf menschliche Patienten mit Querschnittslähmungen übertragen lasse - auch wenn die Nervenfasern bei Tier und Mensch anders verlaufen. Courtine zeigt sich optimistisch, dass man in ein bis zwei Jahren an der Balgrist Uniklinik in Zürich, mit einer entsprechenden Phase-zwei-Studie beginnen kann.

Quelle: www.derstandard.at

Infos zum Bereich "News aus aller Welt"

Dienstag, 17. Januar 2012, 14:20 - Von Michael - 0 Kommentare

Im "alten" Forum hatten wir ja für die News aus aller Welt einen eigenen Bereich, da die Programmierung von zusätzlichen Erweiterungen sehr aufwändig ist haben wir uns entschlossen einige Elemente in das Forum einzubinden.

Bitte beachtet aber dass die Beitrage von der alten Webseite übernommen wurden und daher schon etwas älter sind. Es war leider nicht möglich hier auch das Datum mit zu übernehmen.

Wer will kann natürlich gerne News posten, beachtet aber dabei bitte dass ihr am Ende des Beitrages unbedingt die Quelle der News angebt, bei News von Webseiten einfach den Link zur Webseite (nicht den Link zum Beitrag) ansonsten den Name der Zeitung oder Zeitschrift aus der die News stammt, Danke.

Per Ohrenwackeln den Rollstuhl steuern

Dienstag, 17. Januar 2012, 14:15 - Von Michael - 0 Kommentare

Kleiner Chip hinter dem Ohr soll Muskelsignale aufzeichnen und per Funk an einen Empfänger leiten

Göttingen - Wissenschafter von der Universitätsmedizin Göttingen arbeiten an einer neuen Methode, um Querschnittsgelähmte mobil zu machen. Menschen, die weder Arme noch Beine bewegen können, sollen einen Rollstuhl künftig mit Hilfe der Ohrmuskulatur steuern. Zusammen mit Kollegen aus Heidelberg und Karlsruhe entwickeln Göttinger Neurologen dazu ein sogenanntes telemetrisches myoelektrisches Ohrmuskelableitsystem (Telmyos). Dabei soll ein kleiner Chip hinter dem Ohr Muskelsignale aufzeichnen und per Funk an einen Empfänger übertragen, der dann den Rollstuhl steuert.

Gezieltes Ohrentraining

Manche Menschen können von Natur aus mit den Ohren wackeln. Alle anderen können nach Erkenntnissen der Göttinger Neurologen durch gezieltes Training ebenfalls lernen, die Ohrmuskulatur willentlich zu aktivieren. Weil bei jeder Muskelaktivierung auf natürliche Weise elektrische Signale entstehen, kamen die Forscher auf die Idee, die Ohrmuskeln gezielt zu nutzen: Sie könnten die nötige Energie liefern, um technische Hilfsmittel wie Rollstühle oder Prothesen zu steuern.

Die Wissenschafter wollen jetzt eine Apparatur bauen, mit der sich die elektrischen Signale ableiten und weiterverarbeiten lassen. Unterstützt werden sie dabei von dem Unternehmen Otto Bock HealthCare. Das deutsche Forschungsministerium fördert das Projekt mit mehr als 800.000 Euro.

Mit dem neuen System könnten Patienten, die weder Arme noch Beine bewegen können, erstmalig ihre technischen Rehabilitationsmittel mit Hilfe der Ohrmuskeln selbst steuern, sagte Projektleiter David Liebetanz. "Jeder noch so kleine Zugewinn an Autonomie ist für diese Patienten, die bisher bei jeglicher Tätigkeit die Hilfe von anderen benötigen, von großer Bedeutung."

Quelle: www.derstandard.at

Künstliche Harnröhre

Dienstag, 17. Januar 2012, 14:15 - Von Michael - 0 Kommentare

Mit künstlichen Harnröhren aus körpereigenen Zellen haben amerikanische Ärzte fünf Jungen zwischen 10 und 14 Jahren erfolgreich geholfen. Selbst nach bis zu sechs Jahren funktioniere das im Labor nachgezüchtete Gewebe ohne Probleme, berichtet die Gruppe um Anthony Atala vom Wake Forest Institute for Regenerative Medicine in Winston Salem im Fachjournal «The Lancet». Künstliche Harnröhren aus körpereigenen Zellen seien offensichtlich bei Jungen eine gut funktionierende Alternative zum Original und damit ein Fortschritt der regenerativen Medizin. Die fünf Jungen hatten wegen Harnröhrenschäden zwischen 2004 und 2007 jeweils einen Teilersatz erhalten. Dafür wurden ihnen einige Zellen aus dem Blasentrakt entnommen, vermehrt und danach auf ein röhrenförmiges Gerüst «ausgesät». Nach einer Weile in der Zellkultur entstand so ein röhrenartiges Gebilde, das den Kindern eingesetzt wurde.

Schäden an der Harnröhre können durch Unfälle, Krankheiten oder Gendefekte entstehen. Sind nur kleine Abschnitte betroffen, kann ein Chirurge sie leicht durch eine Operation reparieren. Schäden über größere Strecken erfordern eine Gewebetransplantation. Das Gewebe wird normalerweise aus der Haut oder der Mundschleimhaut entnommen. "Diese Transplantate können Ausfallraten von mehr als 50 Prozent haben. Zudem verengen sie sich häufig, was zu Infektionen, Schwierigkeiten beim Harnlassen, Schmerzen und Blutungen führen kann", erläutert Studienleiterin Raya Rivera.

Quelle: www.focus.de

Krebsmittel hilft bei Lähmung

Dienstag, 17. Januar 2012, 14:13 - Von Michael - 0 Kommentare

Forscher bringen durchtrennte Nervenfasern im Rückenmark von Ratten wieder zum Wachsen

Washington - Entdeckt wurde es vor genau 40 Jahren. Damals stießen Forscher bei der Suche nach Anti-Krebs-Mitteln in der Rinde der Pazifischen Eibe auf einen erfolgversprechenden Wirkstoff namens Paclitaxel. Seit 1993 ist es unter dem Handelsnamen Taxol als Medikament gegen Brust- und Eierstockkrebs im Einsatz. Eine Wundermittel ist es aufgrund der Nebenwirkungen eher nicht.

Oder vielleicht doch? Einem Forscherteam rund um Frank Bradke vom Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried bei München gelang nämlich mit Taxol etwas höchst Überraschendes: Sie brachten damit durchtrennte Nervenfasern im Rückenmark von Ratten wieder zum Wachsen, wie sie im Fachblatt "Science" (online) berichten.

Das bisher unüberwindliche Problem bei Querschnittslähmungen besteht darin, dass Nervenfasern des Rückenmarks (und des Gehirns) so gut wie nicht mehr wachsen, wenn sie einmal durchtrennt sind. Die Selbstreparatur wird durch drei Faktoren verhindert: Erstens hemmen bestimmte Proteine das Wachstum, zweitens gerät das Gerüst der Nervenzellen durcheinander und drittens bilden sich Narben.

Kürzlich erst startete ein Versuch mit embryonalen Stammzellen, der Hoffnung auf Nervenwachstum macht. Die Gefahr ist allerdings, dass dadurch auch Tumoren wachsen könnten. Taxol, das bei den Ratten mittels einer Gewebepumpe an der verletzten Stelle verabreicht wurde, hat sich als ein probates Mittel gegen Faktor zwei und drei herausgestellt.

Vergleiche der Videos von den querschnittgelähmten Ratten vor und nach der Taxol-Behandlung sind beeindruckend: Danach liefen die Ratten fast einwandfrei über eine Leiter. Studienleiter Frank Bradke glaubt jedenfalls, auf einem vielversprechenden Weg zu sein. Und der Weg zu den ersten klinischen Studien scheint auch nicht mehr weit.

Quelle: www.derstandard.at

Neuer Apotheken-Notruf 1455 gestartet

Dienstag, 17. Januar 2012, 14:12 - Von Michael - 0 Kommentare

Seit 1. Jänner 2011 gibt es den neuen Apotheken-Notruf 1455. Das Bundesministerium für Gesundheit unterstützt die Kurznummer, die von der Österreichischen Apothekerkammer betrieben wird. Wer 1455 wählt, erhält österreichweit rund um die Uhr Auskünfte über dienstbereite Apotheken. Blinde und Sehbehinderte werden über Arzneimittel informiert.

Quelle: www.derstandard.at

Kranksein wird teurer

Dienstag, 17. Januar 2012, 14:11 - Von Michael - 0 Kommentare

Befreiung der Rezeptgebühr
Etwas teurer wird im kommenden Jahr auch wieder das Kranksein. Die bereits im November abgebuchte Gebühr für die E-Card bleibt mit zehn Euro zwar unverändert, die Rezeptgebühr wird um zehn Cent auf 5,10 Euro erhöht. Für die Befreiung von der Rezeptgebühr dürfen Alleinstehende ein Einkommen von nicht mehr als 793,40 Euro und Ehepaare nicht mehr als 1189,56 Euro monatlich haben. Chronisch Kranke dürfen als Alleinstehende 912,41 Euro und als Ehepaare 1367,99 Euro an Nettoeinkünften nicht überschreiten, um von der Rezeptgebühr befreit zu sein. Diese Grenzbeträge erhöhen sich pro Kind jeweils um 122,41 Euro.

Höchstbeitragsgrundlage
Höhere Sozialversicherungsbeiträge müssen Menschen mit höherem Einkommen zahlen, weil die Höchstbeitragsgrundlage um 90 Euro auf 4200 Euro steigt. Teurer werden auch Heilbehelfe, der Kostenanteil der Versicherten dafür steigt von 27,40 auf 28 Euro, für Brillen müssen künftig 84 statt bisher 82,20 Euro selbst bezahlt werden.

Selbstbehalt bei Kuraufenthalten
Für einen Kuraufenthalt bzw. Rehabilitation müssen ab 1. Jänner 7 Euro pro Tag dazugezahlt werden bei einem Einkommen zwischen 793,41 und 1374,78 Euro, 12 Euro bei einem Einkommen bis 1956,17 Euro und 17 Euro bei einem darüber liegenden Einkommen. Die Zuzahlungen sind höchstens für 28 Tage pro Kalenderjahr zu leisten.

Quelle: www.diepresse.com

Körpereigenes Eiweiß gegen MS

Dienstag, 17. Januar 2012, 14:10 - Von Michael - 0 Kommentare

Schützender Effekt bei Mäusen - Therapie gegen Multiple Sklerose soll nun auch bei Menschen untersucht werden.

Genf - Schweizer Forscher haben einen vielversprechenden Wirkstoff gegen Multiple Sklerose gefunden. Bei Mäusen mildert das körpereigene Eiweiß die Krankheitsattacken und schützt die angegriffenen Nervenzellen, wie die Universität Genf mitteilte.

Untersuchung

Die Forscher beobachteten bei Mäusen mit großen Mengen HGF im Gehirn positive Veränderungen der Körperabwehr: Das Immunsystem hinderte Entzündungszellen daran, ins Nervensystem einzudringen und schwächte die Krankheitsattacken ab. Zudem schützte HGF die Zellen des zentralen Nervensystems und begünstigte gar deren Reparatur.

Die neue Therapie soll nun auch beim Menschen untersucht werden. Es müsse abgeklärt werden, ob HGF bei Patienten ebenfalls zu Veränderungen der Körperabwehr sowie zum besseren Schutz und der Reparatur von Zellen des zentralen Nervensystems führe, wird Lalive zitiert.

Hintergrund

Multiple Sklerose ist eine Autoimmunkrankheit. Dabei richtet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper, statt ihn gegen Bakterien, Viren oder andere Krankheitserreger zu verteidigen. Die Auslöser der chronischen und unheilbaren Krankheit sind nicht geklärt.

MS greift die Nerven des Gehirns und des Rückenmarks an. Entzündungen und Vernarbungen beschädigen die Schutzhüllen der Nervenfasern. Dadurch können diverse Krankheitssymptome auftreten, von Sehproblemen bis zur Muskelschwäche. Weltweit beläuft sich die Zahl der MS-Erkrankten auf mehr als 2,5 Millionen Menschen.

Quelle: www.derstandard.at

MS-Therapie in Tablettenform

Dienstag, 17. Januar 2012, 14:09 - Von Michael - 0 Kommentare

Bereits im Zulassungsverfahren befinden sich jetzt zwei Wirksubstanzen, die der Medizin bzw. der Forschung aus anderen Gebieten bekannt sind, jedoch nun eine Verbesserung in der MS-Therapie bringen sollen: Das ehemals als Mittel zur Verhinderung von Organabstoßung nach Transplantationen entwickelte "Fingolimod" (FTY-720) und das bisher zur Behandlung von Blutkrebs eingesetzte "Cladribine" - allerdings in niedriger Dosierung als bei bösartigen Erkrankungen. Beide Medikamente gibt es Tablettenform, FTY-720 wird täglich eingenommen, bei Cladribine dürfte ein kurzer Behandlungszyklus im Abstand von Monaten ausreichen.

Die Daten zu Cladribine, das Immunzellen angreift, welche im Gehirn zur Entzündung führen können, im Vergleich zu einem Scheinmedikament: Bei den wirklich Behandelten kam es zu einer Verringerung der durchschnittlichen Jahresrate von akuten Schüben von 0,33 auf weniger als die Hälfte und zu einer Freiheit von Rückfällen bei knapp 80 Prozent der Patienten. 61 Prozent der Probanden aus der Placebo-Gruppe hatten allerdings ebenfalls keine Schübe. Die Ergebnisse waren hoch signifikant.

"Fingolimod" (FTY-720) sollte zu einem völlig neuen Behandlungsprinzip zur Beherrschung der Organabstoßung nach Transplantationen werden. Der Wirkstoff bringt Immunzellen im Blut dazu, ihre Aktivität einzustellen und sich wieder in die Lymphknoten zurückzuziehen bzw. diese von Anfang an gar nicht zu verlassen. Dadurch können sie auch nicht ins Gehirn einwandern.

Auch diese Substanz ist offenbar hoch wirksam: In einer Untersuchung bekamen 1.292 MS-Patienten entweder pro Tag 1,25 oder 0,5 Milligramm "Fingolimod" in Tablettenform oder pro Woche 30 Mikrogramm Beta-Interferon. Im Vergleich zu Beta-Interferon reduzierte sich die Schubrate um mehr als ein Drittel bis etwa die Hälfte.

Am Horizont gibt es aber auch noch andere Entwicklungen: Es scheint so zu sein, als könnte man mit dem monoklonalen Antikörper Alemtuzumab womöglich im frühen Stadium akute Schübe langfristig zu einem hohen Prozentsatz unterdrücken. Der Wiener Neurologe Wolfgang Kristoferitsch: "Damit könnte man vielleicht am Beginn der Erkrankung ein Fenster der Möglichkeiten nutzen", bevor die MS wirklich chronisch progredient wird.

Quelle: www.derstandard.at

Manuka-Honig tötet alle bekannten Bakterien

Dienstag, 17. Januar 2012, 14:08 - Von Michael - 0 Kommentare

In einer ausführlichen Studie haben australische Wissenschaftler die beeindruckende antibakterielle Eigenschaft von Manuka-Honig mehr als bestätigt. Das süße Naturprodukt tötete jede Form von Bakterien und Krankheitserregern ab, die von den Wissenschaftlern mit dem Honig aus den Blüten des Manukastrauchs behandelt wurden und könnte die medizinische Desinfektion revolutionieren.

Zu den an dem Honig getesteten Bakterien zählen auch sogenannte Superbugs, Bakterien also, die selbst gegen Antibiotika resistent sind und besonders in Krankenhäusern jedes Jahr eine unbekannt hohe Anzahl von Patienten töten. Äußerlich angewendet wirkt der Honig besonders bei Hautinfektionen, Biss- und Schnittwunden.

Bei dem im Manuka-Honig antibakteriell, antibiotisch und antiseptisch wirkenden Stoff handelt es sich um Methylglyoxa, der bereits im Nektar der Blüten des Manukastrauchs (Leptospermum scoparium), einem Verwandten des australischen Teebaums, entsteht, bevor er von den Bienen aufgenommen und auch in den Honig übertragen wird. Schon in Untersuchungen des Instituts für Lebensmittelchemie der Technischen Universität Dresden konnte 2008 die hohe Konzentration des Stoffwechselproduktes Methylglyoxal in bestimmten Manuka-Honigen aus Neuseeland identifiziert und dessen dominierender antibakterieller Einfluss quantitativ nachgewiesen werden.

Quelle: www.grenzwissenschaft-aktuell.de

Zellmanipulation gegen Multiple Sklerose

Dienstag, 17. Januar 2012, 14:06 - Von Michael - 0 Kommentare

Neuer Ansatz könnte in einigen Jahren beim Menschen eingesetzt werden.

Würzburg - Forschern ist es im Tierversuch gelungen, einen für die Verschlechterung von Multipler Sklerose verantwortlichen Zelltyp so zu manipulieren, dass sich die Symptome verbesserten. Die Erkenntnisse der Wissenschafter an den Universitäten Würzburg und Madison (USA) wurden in der Fachzeitschrift "Journal of Neuroscience" veröffentlicht, wie die Uni Würzburg erklärte.

Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems. Dabei zerstören körpereigene Abwehrzellen die Isolationsschicht der Nervenfasern, die sogenannte Myelinscheide, so dass Nervenimpulse nicht mehr richtig weitergeleitet werden können. Frauen erkranken fast doppelt so häufig wie Männer.

Schlüsselrolle

Die Forscher fanden nun heraus, dass die sogenannten dendritischen Zellen eine Schlüsselrolle im fehlgeleiteten Angriff des Immunsystems auf das Nervensystem spielen, wie der Leiter der Klinischen Forschungsgruppe Multiple Sklerose an der Uni Würzburg, Heinz Wiendl, erklärte. Im Tierversuch habe sich der Krankheitsverlauf immer dann verschlechtert, wenn im Gehirn eine erhöhte Anzahl von dendritischen Zellen anzutreffen war.

Diese Zellen verursachen aber nicht selbst die Schäden an den Nervensträngen. Sie sorgen dafür, dass große Mengen weiterer Immunzellen, sogenannter Effektor-Zellen, ins Nervensystem einwandern, die dann Entzündungen hervorrufen und andere Immunzelltypen wie Fresszellen anlocken. Dadurch werde die Schädigung der Myelinscheide vorangetrieben.

Manipulation

Den Wissenschaftern gelang es, die dendritischen Zellen zu manipulieren. Wurden sie mit speziellen körpereigenen Botenstoffen behandelt, aktivierten sie keine Effektor-Zellen mehr, sondern andere Zellen, die Entzündungsprozesse hemmten. Durch diese Behandlung sei die bei Tieren simulierte MS seltener ausgebrochen. Außerdem seien die Symptome gelindert worden, erklärte Wiendl.

Eine Übertragung der Ergebnisse auf den Menschen sei allerdings nicht so einfach möglich, schränkte er ein. Es werde daher wohl noch Jahre dauern, bis die gewonnenen Erkenntnisse die Grundlage für eine Therapie der MS bilden können.

Quelle: www.derstandard.at

ReWalk - Trotz Lähmung wieder gehen können

Dienstag, 17. Januar 2012, 14:05 - Von Michael - 0 Kommentare

Roboteranzug dem Exoskelett eines Krustentiers nachempfunden - ehemaliger Fallschirmspringer zieht nach Test überaus positive Bilanz.

Tel Aviv - Der "Roboteranzug" ReWalk ermöglicht es Menschen, die von der Taille abwärts gelähmt sind, wieder zu stehen, zu gehen und Stiegen zu steigen. Die Patienten tragen dafür eine Art Exoskelett, dessen Aktivität über eine Fernsteuerung am Handgelenk ausgewählt wird. Lehnt sich der Benutzer nach vorne, werden Körpersensoren aktiviert, die die Roboterbeine in Bewegung setzen - die Fortbewegung erfolgt mit Hilfe von Krücken. Der Anzug wird über Veränderungen des Körperschwerpunktes und Bewegungen des Oberkörpers gesteuert.

Der frühere israelische Fallschirmspringer Radi Kaiof war seit einem Unfall während eines Militäreinsatzes vor 20 Jahren gelähmt. Laut BBC hat der Roboteranzug sein Leben völlig verändert. Er habe nie auch nur davon geträumt wieder gehen zu können. "Nur wenn ich stehe kann, kann ich auch den Menschen wirklich auf Augenhöhe begegnen." Derzeit finden klinische Tests im Sheba Medical Centre. ReWalk selbst ist eine Erfindung von Amit Goffer, dem Gründer von Argo Medical Technologies. Seine eigene Krankheit inspirierte ihn dazu eine Alternative zum Rollstuhl zu suchen - er fand sie in einem bionischen Konzept, das dem Exoskelett eines Krustentiers nachempfunden ist.

Das Unternehmen argumentiert, dass die Möglichkeit aufrecht durch den Alltag zu gehen und dadurch den Körper permanent in Bewegung zu halten, viele der gesundheitlichen Probleme löse, die normalerweise mit dem jahrelangen Einsatz eines Rollstuhls einhergehen. Kate Parkin vom NYU Langone Medical Center erklärte, dass die potenziellen Vorteile für Benutzer sich auf zwei Bereiche erstreckten: Der Körper arbeite in aufrechter Position einfach anders, andere Muskeln werden belastet und die Lunge kann sich vollständig ausdehnen. Zweitens sei psychologisch entscheidend, dass die Menschen wirklich aufrecht durch das Leben gehen könnten und normaler Augenkontakt kein Problem mehr sei.

Quelle: www.derstandard.at

Panzer-Rollstuhl

Dienstag, 17. Januar 2012, 14:04 - Von Michael - 0 Kommentare

Kaum zu glauben, aber hinter der Erfindung des ersten Rollstuhls mit Panzerkettenantrieb steckt nichts als Liebe! Der "Tankchair" wurde von einem fürsorglichen Ehemann für seine hüftabwärts gelähmte Frau gebaut, als sie bei einem Campingausflug mit ihrem alten Elektro-Rolli im Morast stecken blieb. Die zweite, serienreife Generation des "Heavy duty"-Rollstuhls, der auf den ersten Blick wie ein Gefährt aus einem schlechten Actionfilm aussieht, wurde jetzt in den USA vorgestellt. Liz und Brad Soden aus dem US-Bundesstaat Arizona hatten vor sieben Jahren einen Autounfall, als ein Reifen an ihrem Wagen platzte. Beide überlebten, Liz blieb aber wegen einer Rückenverletzung hüftabwärts gelähmt. Die Familie mit fünf Kindern gewöhnte sich zwar recht schnell an "Mami im Rollstuhl", die ihrerseits den Umständen entsprechend mit ihrem neuen Fortbewegungsmittel zurecht kam.
Eines Tages jedoch, als die Camping-vernarrte Familie in einer Holzhütte in den Bergen urlaubte, kam es zu einem Schlüsselerlebnis, aus dem später der "Tankchair" entstand. Ein Elch röhrte vor dem Blockhaus und alle eilten nach draußen, um das Tier zu beobachten. Liz fuhr mit ihrem Elektro-Rollstuhl hinterher, blieb aber im feuchten Waldboden stecken - und bekam den ersten Elch in freier Wildbahn, den sie hätte sehen können, nicht zu Gesicht.
Nach dem Urlaub verzog sich Brad dann wochenlang in seine Garage, um den "Tankchair" zu bauen. Er verarbeitete in seinem ersten Prototypen tatsächlich eine Panzerkette und insgesamt vier Autobatterien für den Antrieb des schweren Gefährts. Und das Monstrum funktionierte sogar! Fortan konnte er mit seiner Frau Liz wieder durch die Berge wandern.
Und nicht nur das: Brad erhielt so viele Anfragen für weitere Offroad-Rollstühle, dass er seine eigene Firma gründete. Neben dem neuesten "Tankchair", den er vor wenigen Tagen vorstellte, hat er auch noch ein "Speedster"-Modell, bestückt mit Reifen eines Rennmotorrades, im Angebot. Auf der offiziellen Website ( http://www.tankchair.com ), gibt es einige Videos, in denen man Brad Soden und seine Erfindung in Aktion sieht.

Quelle: www.krone.at

Riesige Spinnen helfen Nerven zu reparieren

Dienstag, 17. Januar 2012, 14:03 - Von Michael - 0 Kommentare

Es ist eine ebenso einfache wie geniale Idee: Forscher an der Medizinischen Hochschule Hannover "melken" aus den Hinterleibern von Goldenen Radspinnen bis zu 200 Meter lange Fäden. Diese sollen künftig Unfallopfern helfen, deren Nerven durchtrennt sind. Vorteil: Spinnenseide wird vom Immunsystem nicht als körperfremd erkannt.
Manche Kollegen hielten sie anfangs für versponnen, heute lächelt niemand mehr über die Spinnenforscherinnen von der Medizinischen Hochschule Hannover. Sie hegen und pflegen - das ist zugegeben gewöhnungsbedürftig - Dutzende teils handtellergroße Spinnen im Forschungszentrum der Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie. Zweimal pro Woche werden die tropischen Krabbeltiere „gemolken“, aus ihren Hinterteilen ziehen die Wissenschaftlerinnen dann per eigens konstruierter Kurbelmaschine bis zu 200 Meter lange seidene Fäden.
Das Naturmaterial soll in drei bis fünf Jahren zum Beispiel Unfallopfern helfen, deren Nerven an Händen, Armen, Beinen oder im Gesicht durchtrennt wurden. Bisher werden in solchen Fällen meist eigene Nerven verpflanzt - keine optimale Lösung, da die Enden häufig schlecht verwachsen und die Körperregion, aus der sie stammen, gefühllos bleibt. Mit ihrer ebenso einfachen wie genialen Idee, stattdessen Spinnenseide zu verwenden, hat die Forschungsgruppe 2007 drei Innovationspreise gewonnen.

„Gegenüber herkömmlichem Nahtmaterial hat Spinnenseide den Vorteil, dass das Immunsystem sie nicht als körperfremd erkennt“, erläutert Projektleiterin Christina Allmeling. „Spinnenfäden wurden schon im Mittelalter als Heilmittel eingesetzt und auf Wunden gelegt“, ergänzt Laborchefin Kerstin Reimers. Auch zu Hause verlangten ihre drei Kinder bei Wehwehchen mittlerweile lautstark nach dem Wunderstoff aus Proteinen.

Bei der bereits in Experimenten erprobten Nervenreparatur fungieren die Fäden als Brücke, an die sich Nerven anheften. Eine Venenhülle dient dabei als eine Art Kabel. Die Forscherinnen machen sich natürliche Selbstheilungskräfte zunutze: Nerven regenerieren sich außerhalb der Wirbelsäule selber, wenn sie nicht zu große Abstände überbrücken müssen. Versuche mit Ratten und Schafen stimmen Allmeling optimistisch, dass ihre Idee funktioniert.
Zudem wird in dem MHH-Forschungszentrum über andere – streng geheime - Verwertungsmöglichkeiten nachgedacht. Bereits seit Jahrzehnten versuchen Forscher weltweit Spinnenseide im Labor nachzubauen, da sie stärker als Stahl und elastischer als Gummi ist. „Ein nur daumendickes Seil gewebt aus Spinnenseide könnte ein Flugzeug tragen“, erklärt Thomas Scheibel. Der Biotechnologie-Professor stellt an der Universität Bayreuth mit Hilfe von Bakterien den Stoff synthetisch her. Einem Doktoranden der TU München gelang es zudem kürzlich, den Spinnkanal des Gliederfüßers im Labor nachzubauen. Damit können die Bedingungen, unter denen die Fäden entstehen, genauer untersucht werden.
Zwar ist die Heilkraft der Spinnenseide seit der Antike bekannt, jedoch gelang es nie, sie industriell herzustellen. „Die aufwendige Gewinnung der Fäden ist die Krux“, gibt Reimers zu. Nur etwa 20 Tiere können gemeinsam in einem Raum gehalten werden: „Sonst kommt es zu Kannibalismus.“ Auch zur exotischen Goldenen Radspinne, die die Forscherinnen selbst züchten, gibt es keine Alternative. Andere Arten hätten sich als problematischer in der Pflege erwiesen, berichtet Reimers: „Wir hatten auch mal eine Vogelspinne, das ging gar nicht. Die hat ihre Netze nach Lust und Laune gewebt und die eigene Seide dreckig gemacht.“


Quelle: www.welt.de